Nach 56 Jahren wechseln die Tischtennisspieler des FV Viktoria Wasseralfingen zum 1. Juli geschlossen
zum ältesten und größten Wasseralfinger Sportverein, dem TSV 1848. Im Tischtennisbezirk ist dieser
Vorgang eine echte Sensation, gehört die Abteilung doch zu einer der ältesten im Bezirk.
Was waren die Gründe für diesen Wechsel ein Jahr vor dem 100-jährigen „Viktoria“-Jubiläum?
Seit vier bis fünf Jahren versuchen die Verantwortlichen in der Tischtennis-Abteilung mit den verschiedensten Aktivitäten Schüler
und Jugendliche für den Tischtennissport zu gewinnen – vergeblich. „Unsere Abteilung nimmt personell immer mehr ab“, so Abteilungsleiter
Harald Schiele. In sieben, acht oder neun Jahren wird dies das Ende dieser Traditions-Abteilung bedeuten. „Wir mussten agieren, denn die
Zusage der Viktoria-Vorsitzenden, uns behilflich zu sein, war nur ein Lippenbekenntnis“, so Tischtennis-Urgestein und einstmals bekennender
„Viktorianer“, Manfred Höflacher. Dieser war von der Abteilungsversammlung beauftragt worden, zusammen mit Abteilungsleiter Harald Schiele
und Kassier Dietmar Mezger die Kontakte mit den Vorsitzenden des TSV Wasseralfingen 1848 wegen eines Vereinsübertritts aufzunehmen.
Und diese Kontakte verliefen von Anfang an in sehr harmonischer Weise, wobei von den TSV-Vorsitzenden Franz Seibold, Wilhelm Schiele und
Karl-Heinz Vandrey deutlich auf die Feststellung Wert gelegt wurde, dass der TSV die „Viktoria“-Tischtennisspieler nicht abgeworben hat.
Aber, so das TSV-Führungstrio „Tischtennis passe in das Sportprofil des TSV, da es im größten Wasseralfinger Sportverein noch nicht angeboten wird“.
„Wir sehen in dem riesigen Schüler- und Jugendpotential des TSV die große Chance, in den nächsten Jahren wieder eine entsprechende
Jugendabteilung aufbauen zu können“, so die drei Verhandlungsführer der Tischtennis-Abteilung übereinstimmend. „Die „Viktoria“ ist diesbezüglich
zu Fußball lastig“, bestätigten die „Viktoria“-Vorsitzenden Eugen Weichselgartner und Volker Braun. Beide sind natürlich nicht gerade begeistert
über den Schritt der Tischtennis-Spieler, nachdem die in den letzten Jahren nur noch vor sich hin dümpelnde Tennis-Abteilung in der „Viktoria“
nicht mehr existiert, haben aber durchaus Verständnis für den Schritt der Tischtennisspieler. Waren sie es doch, die in den letzten vier
Jahrzehnten den Namen „Viktoria“ mit fünf internationalen Volkswandertagen, als Ausrichter zahlloser Turniere und Meisterschaften und insbesondere
als Durchführer von nicht weniger als zehn internationalen Tischtennis-Veranstaltungen in sehr hohem Maße publik gemacht haben.
Wenig Kooperativ zeigten sich die Vereinsverantwortlichen beim Wechsel ihrer stets hochgelobten Vorzeige-Abteilung, obwohl feste Zusagen der
beiden Vorsitzenden vorlagen, was das von der Abteilung selbst erwirtschaftete Inventar, Sportkleidung und finanzielle Mittel anbelangt.
Seit 1. Juli treten die einstigen „Viktorianer“ nun für den TSV Wasseralfingen an die Tische. Das TSV-Vorstandstrio sagte der jüngsten Abteilung auch jegliche Unterstützung zu. höf